Ein Blick, und die Praxis-Lage ist klar: das Cockpit unseres Praxis-Dashboards
Leistungswert, Hochrechnung, offene Baustellen: Wie ein lokales Dashboard auf Basis der Praxisverwaltung Zahlen in Entscheidungen übersetzt – zum Ausprobieren mit fiktiven Daten.
Mit KI-Unterstützung erstellt · redaktionell geprüft und verantwortet von Steven Breuer.

Die meisten Praxen sitzen auf einem Datenschatz und schauen ihn nur einmal im Quartal an: wenn der Honorarbescheid kommt. Dann ist es zu spät, um etwas zu ändern. Genau dafür habe ich ein Praxis-Dashboard gebaut, das direkt auf den Daten der Praxisverwaltung aufsetzt. Wer es ausprobieren möchte, findet eine Demo mit komplett erfundenen Zahlen – die „Kinderarztpraxis Muster" mit zwei Ärztinnen.
Das Cockpit: alles Wichtige auf einer Seite
Die Startseite heißt Cockpit, und sie beantwortet drei Fragen: Wo stehen wir? Wohin läuft das Jahr? Was muss ich mir heute ansehen?
Oben stehen die Kernzahlen des gewählten Zeitraums. In der Demo für das dritte Quartal 2026 sind das ein Leistungswert von 94.687 €, 2.479 Patientenkontakte und 1.397 Fälle. Ein Chip zeigt die Veränderung zum Vorjahr – mit dem ehrlichen Hinweis, wenn das Vorjahr aus einer anderen Besetzung stammt und nur eingeschränkt vergleichbar ist.
Daneben steht die Hochrechnung für das Jahr: 389 bis 413 T€ bei einem Plan von 420 T€, also ein „Tempo" von 95 %. Bewusst als Spanne, nicht als Scheinpräzision. Das Dashboard rechnet mit mehreren Methoden und sagt offen, wenn diese sich uneinig sind.
Kennzahlen, die steuern statt nur zählen
Darunter wird es konkret:
- Kontakt- und Fallwert: 38,20 € je Kontakt, 67,78 € je Fall, mit Trend gegenüber dem Vorquartal. Wer früh im Quartal schaut, sieht den Hinweis, dass die Werte noch „pauschalenlastig" sind.
- Patienten nach Kostenträger: GKV, Selektivverträge nach § 140a, Privat, BG – auf einen Blick, wie sich der Stamm zusammensetzt.
- Leistungserbringer: Leistungswert, Kontakte und Fälle je Ärztin, umgerechnet auf Euro je Vollzeit-Arbeitstag. Das macht Teilzeit und Vollzeit fair vergleichbar.
„Was Aufmerksamkeit braucht"
Mein Lieblingsteil ist die Hinweisliste. Statt dass man selbst suchen muss, meldet das Cockpit, wo Geld liegen bleibt oder Risiken entstehen. In der Demo:
- Kritisch: Der Labor-Fallwert liegt 0,26 € über der oberen Grenze – der Wirtschaftlichkeitsbonus für Labor ist in Gefahr.
- Offen: 32 Fälle mit Labor, aber ohne Ausnahmekennziffer. Dazu gibt es eine Arbeitsliste, ausdrücklich als Kandidatenliste und nicht als Urteil. Ob die Kennziffer zutrifft, entscheidet die Ärztin.
- Offen: Terminbestand und Quartalsprofil passen nicht zusammen – ein Grund, die Prognose genauer anzusehen.
Ein Klick führt jeweils in den passenden Reiter.
Der Tag im Vergleich – aber fair
Unter den Hinweisen steht die Bilanz des letzten Arbeitstags: Kontakte, Leistungswert, wahrgenommene Termine, Ausfälle. Der Clou ist der Vergleichsmaßstab. Ein Freitag am Quartalsende wird nur mit Freitagen am Quartalsende verglichen, denn am Quartalsanfang fallen die Pauschalen an und verzerren jeden naiven Durchschnitt. Gibt es zu wenig Vergleichstage, sagt das Dashboard das dazu: „mit Vorsicht lesen".
Was dahintersteckt
Hinter dem Cockpit liegen weitere Ansichten: Tagesbilanz, Prognose, Abrechnung, Privat und IGeL, Vorsorge, Verordnungen und Regress, Laborbonus, die Ziffernstatistik für die KV-Meldung und eine Modellrechnung zu den Folgen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Alles läuft lokal in der Praxis, ohne Cloud. Die Daten verlassen das Praxisnetz nicht und werden beim Öffnen der App frisch geladen.
Mein Fazit
Ein gutes Dashboard ersetzt keine ärztliche Entscheidung. Es sorgt dafür, dass man sie rechtzeitig trifft: mitten im Quartal statt nach dem Bescheid. Schauen Sie sich die Demo an und klicken Sie sich durch die Zeiträume. Wenn Sie wissen möchten, wie so etwas in Ihrer Praxis aussehen könnte, schreiben Sie mir.
Hinweis: Alle Zahlen, Namen und Orte in der Demo sind frei erfunden.